Glückliches Ende einer Odyssee - Dattelner Morgenpost vom 20.10.2014

Birmakatze verschwand vor zwei Jahren in Velbert, jetzt taucht sie abgemagert in Datteln auf

DATTELN. (iwo) „Ich kann noch gar nicht glauben, dass die Beatrice wieder da ist.“ Anja Preuß kann ihre Tränen nur schwer zurückhalten. Zwei Jahre lang war die Birmakatze ihrer Mutter verschollen, jetzt kann die Tochter das Tier beim Dattelner Tierschutzverein in die Arme schließen. „Ein Wunder“, sagt die 46-Jährige Altenpflegerin aus Neuss.

Zehn Jahre hatte ihre Mutter Ute Kemper Beatrice in Velbert gehegt und gepflegt. Zusammen mit vielen anderen Katzen. Als die reinrassige Heilige Birma verschwand, war die Trauer groß. Alle Suchaktionen blieben vergebens. Ute Kemper erkrankte an Krebs, starb 2013. Beatrice blieb verschwunden. Als vor ein paar Tagen die Dattelner Tierschützer bei Anja Preuß’ Vater in Velbert eine Fundkatze melden, ist die Überraschung groß.

Überrascht ist Anja Preuß vor allem, weil keine andere Katze ihrer Mutter registriert worden ist. Nur Beatrice. „Es ist, als hätte meine Mutter geahnt, dass diese Katze einmal Hilfe braucht.“

Welche Odyssee Beatrice in den zwei Jahren hinter sich hat, darüber kann man nur spekulieren. „Wenn sie reden könnte, hätte sie sicher viel zu erzählen“, sagt Andrea Henrich vom Tierschutzverein. Völlig abgemagert, das Fell verfilzt, so wird die Katze im Sattelkamp in Hagem aufgefunden. Ein erbärmliches Bild. „Beatrice ist eindeutig ausgesetzt worden“, so Andrea Henrich. Sie vermutet, dass das Rassetier in den zwei Jahren immer wieder von Besitzer zu Besitzer weitergereicht wurde.

Aber Beatrice weiß genau, wohin sie gehört. Als sie Anja Preuß sieht, lässt sie sich sofort von ihr auf den Arm nehmen. Die 46-Jährige ist gerührt: „Das ist ein Gefühl, das kann ich gar nicht beschreiben.“ Daheim in Neuss ist genug Platz für Beatrice. Zwei Bordercollies gehören zum Haushalt. „Aber Beatrice wird sich schon durchsetzen“, so Anja Preuß. Schließlich hat die 14-jährige Katze schon ganz andere Herausforderungen gemeistert.

Rausgehen soll Beatrice nicht mehr, zu groß ist die Angst, das Tier könnte noch einmal verschwinden. „Das möchte ich nicht noch mal erleben“, sagt Anja Preuß. Sie hofft, dass ihr Beatrice noch ein paar Jahre erhalten bleibt. Auch wegen der Erinnerung an ihre Mutter.

Anja Preuß (re.) möchte Birmakatze Beatrice gar nicht mehr loslassen. Tierschützerin Andrea Henrich kann das glückliche Ende der Geschichte kaum fassen. —Foto: kalthoff
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