Dattelner Morgenpost vom 03.12.2014 - Katzenfreunde in der Pflicht

Freilaufende Tiere müssen ab sofort kastriert und gechippt werden

 

DATTELN. (iwo) Sie sind Hunderte und sie werden immer mehr – wenn nichts getan wird: verwilderte Katzen. Jetzt haben sich Stadtverwaltung und Politik des Problems angenommen und eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für alle Katzen erlassen, die in Datteln frei herumlaufen.

Das allein löst das Problem nicht, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung, sagt Birgit Blaschke, Vorsitzende des Tierschutzvereins, der die Kastrationspflicht lange vergeblich gefordert hatte.

Seit Oktober sind Katzenhalter dazu verpflichtet, ihre Tiere, die nicht ausschließlich im Haus gehalten und nicht nachweislich zur Zucht gehalten werden, kastrieren zu lassen. Das Ordnungsamt kontrolliert das zwar nicht, betont aber: Das Missachten der Kastrations-Verordnung ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 35 Euro Verwarnungsgeld geahndet werden kann. „Wir appellieren an die Katzenbesitzer“, sagt Fachbereichsleiter Gerhold Loske, schiebt zur Abschreckung aber hinterher: Wenn das Ordnungsamt von einem unkastrierten Kater Wind bekommt und der Halter nicht handelt, kann ein Bußgeld von bis zu 1 000 Euro verhängt werden.

Die Verordnung und Appelle der Tierschützer haben schon Wirkung gezeigt, sagt Birgit Blaschke. In den vergangenen Wochen habe der Verein 20 Mal Katzenfallen verliehen. So wurden wilde Katzen eingefangen, vom Tierarzt kastriert und wieder freigelassen. Diese Tiere können Dattelns Katzenplage jetzt nicht mehr verschärfen.

Birgit Blaschke betont, dass Katzenfreunde, die frei lebende Tiere füttern, für diese Tiere auch die Verantwortung übernehmen müssen – samt Kastration. Durchs Füttern wird die Population angekurbelt. Die Tierschützerin rät: nicht füttern. Das sei falsch verstandene Tierliebe.

Acht Lebendfallen besitzt der Tierschutzverein. Die verleiht er gegen 100 Euro Pfandgebühr. Das Geld gibt‘s später zurück. Auch die Hälfte der Tierarztkosten für die Kastration von wilden Katzen übernimmt der Verein. Detail-Infos gibt’s auf Nachfrage.

Wilde Katzen leben überall im Stadtgebiet: auf Hinterhöfen, in Schuppen, auf Bauernhöfen. Riesenprobleme gibt es auf Campingplätzen. Die Tiere kann man nicht von Hand einfangen und sollte das auch nicht versuchen, sagt Birgit Blaschke. „Das sind Wildkatzen mit scharfen Krallen.“ Ihr Appell: Nicht füttern. Oder Falle ausleihen und kastrieren lassen. „Wir werden das Problem nie ganz in den Griff bekommen. Die Kastrationspflicht ist aber ein Anfang.“ Jetzt müssen sich nur alle daran halten.

 

INFO Kontakt zum Tierschutzverein:  35 94 00

Auf den Anrufbeantworter sprechen, die Tierschützer rufen zurück

Zurück